Weihnachtsbaum am Little Dome C Camp
Inlandsplateau, Ostantarktika
Weihnachtsbäume gibt es weltweit, wie hier am Little Dome C Camp, 38 km südwestlich der italienisch-französischen Forschungsstation Concordia bei 75° Süd 123° Ost mitten auf dem Plateau Ostantarktikas. Bei Concordia wurde der EPICA (European Project for Ice Coring in Antarctica) Eiskern 1996 bis 2004 gebohrt, der die am längsten zurückreichende atmosphärische Zeitreihe bis 800 Tausend Jahre vor heute geliefert hat. An Little Dome C wurde von 2019 bis 2025 der Beyond EPICA Kern bis zum Felsuntergrund in 2800 m Tiefe abgeteuft. Er enthält eine durchgehende atmosphärische Klimazeitreihe, die mehr als 1,2 Mio. Jahre zurückreicht, und darunter einen 200 m dicken Eiskörper mit nicht mehr stratigraphisch geordnetem Eis. Derzeit (Dezember 2025) hat ein Team Material aus der basalen Grenzschicht zum Untergrund gewonnen und arbeitet ganz aktuell an einer Abweichung aus dem Bohrloch, um den ältesten Teil zwischen 700 Tausend und mehr als 1,2 Mio. Jahren vor heute zu replizieren, damit mehr Eis für weitere Analysen gewonnen wird.
Webseite des Projekts Beyond Epica
Text und Foto: Frank Wilhelms
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Mitternachtsangeln
Herschel Island, Beaufortsee, Yukon Kanada
Nach einem langen und anstrengenden Feldtag auf Qikiqtaruk Herschel Island im Rahmen der Yukon Coast 2025 Expedition des Alfred-Wegener-Instituts genießt Jordan Byerley vom kanadischen Department for Fisheries and Oceans einen ruhigen Moment beim Angeln in der Bucht Pauline Cove. Während die tiefstehende Sonne die Hügel der Insel in goldenes Licht taucht und Abendstimmung verbreitet, ist es tatsächlich schon kurz nach Mitternacht.
Text und Foto: Suzann Ohl
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Abbruchkante von Slump D, der größten rückschreitenden Taurutschung auf Qikiqtaruk Herschel Island
Beaufortsee, Yukon Kanada
Katharina Jaspers, Sophia Weise und Pia Petzold stehen an der Abbruchkante von Slump D, der größten rückschreitenden Taurutschung (engl. retrogressive thawslump) auf Qikiqtaruk Herschel Island. Links im Hintergrund sieht man den Rest der Forschendengruppe der Yukon Coast 2025-Expedition des Alfred-Wegener-Instituts warten. Sie haben die Abbruchkante der Taurutschung mit GPS vermessen, während Katharina, Sophia und Pia Vegetationsproben gesammelt haben. Rechts am Horizont erkennt man eine vor der Yukonküste abgestellte Ölbohrplattform. Um zum Slump D zu gelangen, mussten wir mit dem Boot anlanden und die steile Küste mit der gesamten Ausrüstung erklimmen. In der Taurutschung selbst muss man aufpassen, in keinem der zahlreichen Matschlöcher stecken zu bleiben. Dafür ist man von einem wundervollen Duft umgeben: in der gesamten Ebene wachsen tausende Kamillen.
Text und Foto: Suzann Ohl
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Antarktis, Januar 1986 – Kottas-Traverse
westliches Dronning-Maud-Land, Ostantarktika
Während der Kottas-Traverse 1985/86 arbeiteten wir Geophysiker zu sechst auf dem Inlandeis vor den Kottas-Bergen. In einer Nacht Mitte Januar 1986, gegen 1:00 Uhr, zeigte sich ein Anblick, der selbst in der Antarktis außergewöhnlich ist: Die Sonne stand dauerhaft über dem Horizont, begleitet von leichten katabatischen Winden, die die bodennahe Luft mit feinsten Eiskristallen erfüllten. Dadurch entstand ein extrem scharfer, senkrechter, grell leuchtender Sonnenstrahl, der die Schneefläche wie mit einem Lichtmesser durchschnitt. Am Horizont formte sich daraus ein heller, fast bergartig wirkender Strahlenkegel, flankiert von weit auseinanderliegenden, regenbogenfarbenen Halos. Ein stiller, überwältigender Moment polarer Optik – selten, flüchtig und von einer Schönheit, die sich unauslöschlich einprägt.
Text und Foto: Andreas Hungeling
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Gigantische Ausmaße des Slump D
Qikiqtaruk Herschel Island, Beaufortsee, Yukon Kanada
Ungefähr in der Mitte des Fotos sind Prof. Dr. Hugues Lantuit und Yiyang Fan als kleine Punkte zu erkennen. Sie zeigen das Ausmaß der rückschreitenden Taurutschung „Slump D“ auf Qikiqtaruk Herschel Island. In der Taurutschung und auf der Geländeoberfläche blühen viele Blumen im kurzen arktischen Sommer. Die Forschungsgruppe COPER vom Alfred-Wegener-Institut vermisst seit 19 Jahren die Position der Abbruchkante der Taurutschung, um die Dynamik des auftauenden Permafrosts besser zu verstehen.
Text und Foto: Suzann Ohl
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Die Geheimnisse des Matschs erkunden
Qikiqtaruk Herschel Island, Beaufortsee, Yukon Kanada
Typische Feldarbeitsszene der Yukon Coast 2025-Expedition des Alfred-Wegener-Instituts auf Qikiqtaruk Herschel Island: Im Vordergrund rechts beproben und beschreiben Sophia Weise und Katharina Jaspers das Bodenprofil der Auftauschicht einer Auftaubodenrutschung. Links gräbt Yiyang Fan das nächste Bodenprofil. Im Hintergrund hält Suzann Ohl Bärenwache, um die Sicherheit der Gruppe zu gewährleisten. Anhand der gesammelten Proben möchte Sophia Weise im Rahmen ihrer Masterarbeit die Biogeochemie von Auftaubodenrutschungen untersuchen und besser verstehen.
Text: Suzann Ohl, Foto: Pia Petzold
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Toilettenhäuschen als Wildtierbeobachtungsstation
Qikiqtaruk Herschel Island, Beaufortsee, Yukon Kanada
Mittagspause während der Yukon Coast 2025-Expedition des Alfred-Wegener-Instituts auf Qikiqtaruk Herschel Island. Die Treppe zum Toilettenhäuschen dient als Aussichtsplattform für vor der Insel vorbeiziehende Grönlandwale. Während der Expedition gilt: wer faszinierende Wildtiere entdeckt, gibt allen anderen im Camp Bescheid. Im Hintergrund sieht man die Gebäude der ehemaligen Walfangstation, die heute als Lagerräume, Werkstätten, Museum und Unterkünfte für Ranger, Wissenschaftler:innen und Reisende dienen.
Text und Foto: Suzann Ohl
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Skua's Christmas - Begegnung in der Eiswüste
Sivorgfjella, Kottas-Berge, westliches Dronning-Maud-Land, Ostantarktika
22.01.1986, Sivorgfjella. Inmitten der Kottas-Berge errichteten wir unser Lager „Skua’s Christmas“. Bei strahlender Sonne, -5° bis -10°C und völliger Windstille umgaben uns Gletscher und Gipfel. Neugierige Skuas besuchten uns, landeten nur wenige Meter entfernt und kamen langsam näher – als wären auch sie froh, in dieser endlosen Einsamkeit nicht allein zu sein.
Text und Foto: Andreas Hungeling
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Herbstlager am Gaußberg, Schlittenexpedition September/Oktober 1902
Gaußberg, Ostantarktika
Im September/Oktober 1902 hielt sich eine kleine Gruppe unter der Leitung von Erich von Drygalski im sogenannten Herbstlager am Gaußberg aus, ungefähr 80 km südlich von dem im Eis eingeschlossenen "Gauß" entfernt, dem Expeditionsschiff der ersten deutschen Südpolarexpedition. Erich von Drygalski führte eine zweite Vermessung am Gaußberg und auf dem unmittelbar angrenzenden Inlandeis durch, um die Bewegung des Eises abzuleiten. Das Herbstlager befindet sich in einer Bucht an der Nordseite des Gaußbergs; links ist das Nordkap als markante Geländeformation zu sehen.
Foto: Erich von Drygalski/Hans Gazert; Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig
Text: Mirko Scheinert
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Gaußberg, nördliche Bucht mit Nordkap
Gaußberg, Ostantarktika
Im März 2024, knapp 122 Jahre später, schlug eine fünfköpfige Wissenschaftlergruppe unter der Leitung von Mirko Scheinert für drei Wochen ein Feldlager am Gaußberg auf. Die Gruppe konnte u.a. die Vermessung des Gaußbergs wiederholen, diesmal mit modernen geodätischen Methoden. An der nördlichen Bucht, wo sich 122 Jahre zuvor das Herbstlager der Drygalski-Expedition befand, ist Jodi Fox dabei, geologische Proben des vulkanischen Gesteins zu nehmen. Der Gaußberg entstand vor ca. 56.000 Jahren durch subglaziale Eruption.
Foto und Text: Mirko Scheinert
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Herrnhuter Missionsstation Hebron
Labrador, Nordküste (Provinz Newfoundland and Labrador, Kanada)
Der Oberlausitzer Sorbe und Herrnhuter Missionar Johann August Miertsching, der als Dolmetscher an der Suche nach der Franklin-Expedition teilnahm. Er war als Einziger aus Deutschland an der Entdeckung der Nordwestpassage beteiligt. Das Tagebuch seiner Arktisreise 1850-54 ist bis heute eine vielfach verwendete Quelle in der Polarliteratur.
Miertschings Wissen trug zum Überleben der Mannschaft der HMS Investigator in der Arktis bei, denn er war bei den Inuit in Labrador „in die Lehre gegangen“, hatte nicht nur ihre Sprache erlernt, sondern sich mit ihrem Alltagsleben vertraut gemacht und sie auf die Jagd begleitet. Mehrfach hatte er dabei mit dem Hundeschlitten die Reise über Land und übers Meereis zwischen den Missionsstationen Okak und Hebron bewältigt; beide Orte liegen im arktischen Teil Labradors.
Foto: Wolfgang Opel, Text: Mechtild Opel
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Gräber der Franklin-Expedition
Beechey Island südwestlich von Devon Island, 75 km östlich von Resolute Bay (Nunavut, Kanada)
Das Bild zeigt die berühmten Gräber mit den drei Toten der Franklin-Expedition, aber links ist ein viertes Grab. Hier liegt Thomas Morgan, der als Matrose an Bord von HMS Investigator unter Kapitän McClure – gemeinsam mit dem Dolmetscher Johann August Miertsching – an der Suche nach der Franklin-Expedition und an der Entdeckung der Nordwestpassage beteiligt war. Die Strapazen von vier Wintern in der Arktis waren zu viel für ihn. Er starb hier im Mai 1854 – nach 8 Monaten Krankheit, nur wenige Monate vor der möglichen Heimkehr. Miertsching schrieb: „Er hinterläßt in England eine Witwe mit vier kleinen Kindern". Eine Erinnerung daran, dass Polarforschung nicht immer mit einer glücklichen Heimkehr verbunden war!
Foto: Wolfgang Opel, Text: Mechtild Opel
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Ruine des Northumberland House auf Beechey Island
Beechey Island südwestlich von Devon Island, 75 km östlich von Resolute Bay (Nunavut, Kanada)
In der Bucht vor dieser Insel lagen immer wieder Schiffe der britischen Suchexpeditionen für Franklin. In seinem Reisetagebuch schrieb der Inuit-Dolmetscher Johann August Miertsching Anfang Juni 1854: “Die Zimmerleute sind in dieser Zeit eifrig beschäftigt, auf Beechey Insel ein hölzernes Haus zu bauen, welches als eine bequeme Wohnung für 60 Mann sein soll und mit Proviant und andern nöthigen Dingen angefüllt werden wird, im Falle Franklin … sich hierher verirren sollte.“ Doch schon am 20. Juli bekam das Haus einen anderen Bewohner: Der Kommandeur der Expedition, Sir Edward Belcher, nahm es in Besitz. Miertsching schrieb:“ Bei der Einweihung dieses Hauses wurde dasselbe von Sir Edward »Northumberland House« genannt. Die ... Mannschaft schickte er wieder zurück an seine Schiffe, nur 6 Mann behielt er, welche seine Leibgarde oder Wache sind und mit ihm in dem Hause wohnen“.
Foto: Wolfgang Opel, Text: Mechtild Opel
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Iceberg Capital of Nunavut
Qikiqtarjuaq, Baffin Island (Nunavut, Kanada)
Während unseres ersten Aufenthalts in Qikiqtarjuaq im Winter 2025 stellte unser Team der lokalen Community das geplante Forschungsprojekt vor. An einem der Tage vor Ort liefen wir gemeinsam hinaus auf das Meereis zu einem Eisberg vor der Küste. Qikiqtarjuaq wird oft als „Iceberg Capital of Nunavut“ bezeichnet, da entlang der Küste regelmäßig gewaltige Eisberge aus der Diskobucht und Westgrönland vorbeiziehen.
Für mich war es das erste Mal auf gefrorenem Meer und die erste Begegnung mit einem Eisberg aus nächster Nähe. Die Kombination aus arktischer Weite, Eis, Licht und Stille machte diesen Moment zu einem prägenden Erlebnis. Das Foto zeigt die besondere Atmosphäre des winterlichen Meereises rund um Qikiqtarjuaq und erinnert daran, dass Polarforschung immer auch Begegnung mit Landschaft und Menschen bedeutet.
Text und Foto: Joana Kristin Steffens
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Sedimentprobennahme bei Qikiqtarjuaq
Qikiqtarjuaq, Baffin Island (Nunavut, Kanada)
Während der Sommerfeldarbeit 2025 bei Qikiqtarjuaq entnahmen wir Sedimentproben für Inkubationsexperimente, mit denen Emissionen von organischem Kohlenstoff aus tauendem Permafrost im Meerwasser untersucht werden. Ziel der Experimente ist es, besser zu verstehen, wie tauender Permafrost in arktischen Küstenregionen zu klimatischen Rückkopplungen beiträgt.
Das Foto entstand während der Probennahme und zeigt die Fjordlandschaft rund um Qikiqtarjuaq im kurzen arktischen Sommer. Zwischen Feldarbeit, Probenahme und Laborvorbereitung eröffnen sich immer wieder Momente, in denen die außergewöhnliche Schönheit der arktischen Landschaft sichtbar wird.
Text und Foto: Joana Kristin Steffens
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Unterwegs in der antarktischen Eiswüste
zentrales Dronning-Maud-Land, Ostantarktika
Im Januar und Februar 2026 waren wir in Dronning-Maud-Land in Ostantarktika mit einem sechsrädrigen Allradfahrzeug entlang einer Traverse in Richtung Küste unterwegs. Dabei sammelten wir Schneeproben und führten Messungen in Schneegruben durch, um die Eigenschaften der Schneedecke besser zu verstehen. Solche Feldarbeiten liefern wichtige Daten für das Verständnis von Schnee- und Klimaprozessen in den Polarregionen.
Die Aufnahme zeigt die Weite der antarktischen Eiswüste. Im Hintergrund sind die Drygalski-Berge mit dem markanten Gipfel Ulvetanna zu sehen.
Text und Foto: Lena Nicola
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Langer Sonnenuntergang über der Antarktis
zentrales Dronning-Maud-Land, Ostantarktika
Ab Ende Januar verschwindet die tief stehende Sonne hinter dem markanten Gipfel Ulvetanna in den Drygalski-Bergen in Dronning-Maud-Land (Ostantarktika). Am Ende des antarktischen Sommers sind Sonnenuntergänge oft außergewöhnlich lang und tauchen Schnee, Eis und Wolken in ein faszinierendes Farbenspiel. Über Stunden hinweg wechseln die Farben von Gold und Orange zu Rosa, Rot und Violett.
Solche Lichtstimmungen gehören zu den eindrucksvollen Naturerlebnissen in den Polarregionen und zeigen, dass die scheinbar monochrome Eislandschaft eine überraschende Vielfalt an Farben bereithält.
Text und Foto: Lena Nicola
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